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Wohin des Weges?

Liebes Tagebuch,

ich war lieb zu Dir und habe diese furchtbaren fiesen roten Überschriften wieder schwarz gemacht. Jetzt sei auch Du so gut und hilf mir mal etwas auf die Sprünge.

Tagebuch:
Ach, das ist ja schön, Dich auch mal wieder zu lesen.
Die Überschriften sind sehr hübsch, gar keine Frage. Aber alle anderen Links sind jetzt auch schwarz, das ist Dir schon klar?

Barbara:
Ja, kein Thema. Meine Leser sind doch nicht blöd und wissen genau, dass man draufklicken kann, wo der Mauszeiger sich in ein Patschehändchen verwandelt.

Was ich Dich fragen wollte:
Soll ich mich wirklich der Schriftstellerei widmen? Ich meine so richtig ernsthaft, Schreiben als Beruf.

Tagebuch:
Hast Du denn nicht gerade erst Deine Ausbildung abgeschlossen?

Barbara:
Im letzten Sommer, ja. Gelernt habe ich, Verwaltungsvorschriften anzuwenden. Getan habe ich das danach nicht mehr, weil durch meine Projektarbeit andere Dinge in den Vordergrund traten. Ich bekam mehr und mehr mit IT zu tun, so dass ich mich inzwischen sogar auf einen Studienplatz für den Studiengang "Angewandte Informatik" beworben habe. Es passte einfach in den Kontext.
Ob es zu mir passt, ist eine andere Frage.

Tagebuch:
Wofür interessierst Du Dich denn?

Barbara:
Ich interessiere mich für so vieles.
Du kennst das ja, die Themen kommen und gehen. Etwas entzündet in mir ein Strohfeuer, ich sauge alles Wissen zu dem Thema auf wie ein Schwamm und dann wird es bald langweilig.
Ich möchte nicht drei Jahre auf einen Bachelor hinarbeiten, der mir nachher nichts nützt. Ich glaube nicht, dass mein Interesse für die IT anhaltend ist. Je konkreter ich mich damit befasse, umso deutlicher spüre ich einen Widerwillen aufkommen.

Tagebuch:
Dann lass es einfach bleiben. Studieren kannst Du später noch. Wie kamst Du überhaupt auf die Idee, jetzt ein Studium aufzunehmen?

Barbara:
Naja, ich habe das Gefühl, unangemessen schlecht bezahlt zu sein. Und ich habe herausgefunden, dass mit einem fehlenden Hochschulabschluss argumentiert wird.
Seit einem Jahr habe ich vor, zu meinem Schatz nach Hamburg umzuziehen und werde das im kommenden Jahr endlich in die Tat umsetzen. Hier vor Ort bleibe ich nur noch bis Ende Februar.
Und ein Studium bei einer ausgewählten Hochschule ist natürlich ein guter Grund für einen Umzug.

Tagebuch: *grins
Klar. Mit der Bezahlung ist es so, dass es ganz vom Arbeitgeber abhängt. Es gibt solche, die nur Hochschulabsolventen höherwertige Tätigkeiten zutrauen und entsprechend entlohnen, aber eben auch jene, die auf Praktiker zählen. Ein Hochschulabschluss an sich sagt erst mal nichts über die Eignung eines Bewerbers aus.

Barbara:
Schön oder auch nicht. Eigentlich wollte ich auch nie studieren...
Fragt sich ohnehin, wo das Geld herkommen soll. Damit kommen wir zur Ausgangsfrage: Was tun?

Tagebuch:
Was möchtest Du denn tun?

Barbara:
Am liebsten möchte ich erstmal einfach gar nichts tun, so beknackt sich das anhören mag. Einfach nur chillen, bisschen was vom Leben mitkriegen vielleicht noch. Studentenleben macht mir oberflächlich betrachtet so nen romantischen Eindruck.

Und sonst... Bestsellerautor werden.
Oder es zumindest versuchen.

Tagebuch:
Ein Studium ist harte Arbeit, vertu' Dich da mal nicht. Überleg Dir das wirklich gut. Zudem kostet es heutzutage auch wieder ein Heidengeld.
Im Moment habe ich nicht den Eindruck, als wenn Du das wirklich willst.

Was das andere angeht, da gibt es viele Möglichkeiten. Du könntest zB halbtags in einem Büro arbeiten und Dich in der freien Zeit der Schriftstellerei widmen.
Es wird doch sicherlich irgendeinen Job geben, der nicht allzu anspruchsvoll ist. Fürs Schreiben ist es wichtig, den Kopf frei zu haben.

Barbara:
Ja, ich werd mal sehen. Habe mich mal wieder kreuz und quer beworben und werde dann einfach das nehmen, was ich kriegen kann...

Tagebuch:
Einfach wahllos etwas herausgreifen kann sich als Glücksfall oder eben das Gegenteil erweisen.

Barbara:
Und ich hab noch nen Termin bei der Arbeitsagentur zur Berufsberatung. Vielleicht bringt mich das noch weiter.

Tagebuch:
Ja, das ist bestimmt eine gute Idee.
Dann mach das mal und sag mir, was dabei herausgekommen ist.

Barbara:
Der Spruch kommt immer von meinem Hausarzt.^^
Aber okay. Bis die Tage.
27.12.08 01:37
 
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