Hotte

 

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Geschlechtsidentität

Liebes Tagebuch,

ich weiss nicht, wie bzw. ob ich es Dir sagen soll....

Tagebuch: Was denn?

Barbara:

Da ist etwas, was schon lange in mir ist und raus will. Ich hab aber Angst, dass Du mich dann nicht mehr magst, wenn Du es weisst.

Tagebuch: Hallo?!

Ich bin Dein Tagebuch! Was kann denn so schlimm sein, dass Du es nichtmal mir erzählen kannst?

Barbara: *rumdrucks

Das ist es ja, Dir hätte ich es eigentlich zuerst erzählen sollen. Für mich ist es ja eigentlich gar nicht schlimm, also nicht so wirklich.... es ist eben so. Aber mittlerweile hats Kreise gezogen und die Leute kommen oft durcheinander deswegen.

Tagebuch: Nu sag schon... ich erzähls auch nicht weiter.

Barbara: *erleichtert

Nagut. Hm, wie soll ich das erklären... Du als Tagebuch hast da sicherlich weniger Probleme mit, aber im Gegensatz zu Dir habe ich einen Körper... Mit meinem Geschlecht stimmt was nicht.

Tagebuch: *verdutzt

Wie, Geschlecht?

Barbara:

Na es gibt doch Männer und Frauen oder besser gesagt meistens werden die Menschen aufgrund ihrer unterschiedlichen Anatomie in eine dieser beiden Schubsladen einsortiert. Also entweder als Mann oder als Frau. Dementsprechend werden Personen - selbst unabhängig von Klischees oder Etikette - abhängig vom geschlecht verschieden behandelt.

Im Englischen gibt es zwei Ausdrücke für das Geschlecht, "Gender" und "Sex". Letzteres bezieht sich auf das biologische Geschlecht des Körpers, während Gender die soziale Rolle meint, in der man sich bewegt, aber auch das psychologische Geschlecht.

Gender ist also mehr als "nur" eine Rolle, es ist auch ein Empfinden, ein Zugehörigkeitsgefühl zu einer Gruppe, mit der man sich identifiziert.

Tagebuch:

Achso. Und wo ist jetzt Dein Problem?

Barbara: Also das ist so....

Mein Körper hat ein anderes Geschlecht als das, dem ich mich zugehörig fühle.

Dieser seelische Spagat wird als "Transidentität" bezeichnet. Meist wird es auch "Transsexualität" genannt, was insofern irreführend ist, als dass es nichts mit sexueller Orientierung zu tun hat.

Auf die Frage "Wer bist Du?" antwortet man idR mit seinem Namen, welcher der Schlüssel zu einer Reihe von Informationen über die Person ist und die Antwort auf die Frage nach dem "Was bist Du?" (Männlein oder Weiblein) beinhaltet.

In den letzten vier Jahren habe ich mich auf Fragen à la "Bist Du m oder w?" immer als "Ich bin geistig männlich, aber körperlich weiblich." beschrieben, was oft das Ende des Gesprächs oder aber gendertheoretische Diskussionen zur Folge hatte. Manchmal auch nur ein symbolisches Achselzucken.

In Deutschland muss mind. ein Vorname das Geschlecht erkennen lassen, daher wird auch dieses allein mit der Nennung des Vornamens transportiert. Entsprechend ungern habe ich auch meinen Vornamen preisgegeben.

Bisher ist Dir nicht aufgefallen, dass ich zwar "Barbara" heisse, andere Beiträge aber mit "der Autor" unterschreibe?

Tagebuch:

Nö, hab ich gar nicht gemerkt. Stört mich auch nicht weiter. Was spielt das denn für eine Rolle?

Barbara:

Es zeigt die Diskrepanz zwischen meinem gefühlten und dem nach aussen dargestellten Geschlecht. "Barbara" ist eben ein weiblicher Name, wohingegen "der Autor" eine männliche Bezeichnung ist.

Wenn Dich das nicht juckt, beruhigt mich das. Dann brauche ich den Namen hier ja auch nicht weiter zu verwenden.

Tagebuch:

Klar, kein Thema. *smile

ich: *froi

Tagebuch: Und nu?

ich:

Nu ist es raus und damit fällt mir schonmal eine ganze Geröllhalde vom Herzen. Mir stellt sich jetzt die Frage, wie es weitergehen wird.

In erster Linie möchte ich einfach nur ich sein und auch so wahrgenommen werden. Als Frau habe ich mich nie gefühlt und inzwischen definiere ich mich als Transmann (TM).

Tagebuch:

Männer, Frauen und jetzt auch noch Transmänner... das wird mir allmählich zu hoch. 

ich:

Keine Sorge, in die Tiefe wollte ich an dieser Stelle jetzt nicht mehr gehen. Für dieses Thema gibts eine eigene Kategorie und für Dich ist es nur insofern relevant, als dass sich mein Name ändert.

Solltest Du Deine Meinung ändern, klick einfach auf "TM" und lies da nach.

Tagebuch: *nachdenklich

Okay... ich hoffe mal, Du bleibst auch mit neuem Namen noch der Alte. 

ich: Ja, ich denk schon. 

Tagebuch:

Ach, wie heisst Du denn dann jetzt?

ich:

Du kannst mich Hotte nennen. *smile

Tagebuch:

Also dann, Hotte. *smile

Hotte: *froi

Du, ich hab aber noch zu tun. Muss noch ganz viel schreiben. 

Tagebuch:

Dachte ich mir schon. *g Machs jut. 

Hotte:

Ja, Du auch. Bis später! 

28.12.08 23:39
 
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